
Siebenschläfer (Glis glis)
Der Siebenschläfer ist ein nachtaktives Nagetier, das bis zu 8 Monate Winterschlaf hält und in Laub- und Mischwäldern lebt. Er ernährt sich hauptsächlich von pflanzlicher Kost, kann aber auch tierische Nahrung aufnehmen.
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Der Siebenschläfer schläft fast das ganze Jahr
Der Siebenschläfer verschläft einen großen Teil des Jahres. Wenn im Herbst die Tage kürzer werden, zieht er sich meist von September oder Oktober bis in den Mai oder Juni zurück. Er bleibt also rund 7 bis 8 Monate „untergetaucht“. Genau dieses lange Verschwinden steckt im Namen, denn der Siebenschläfer ist für seinen ausgedehnten Winterschlaf bekannt.
Damit er so lange ohne frische Nahrung auskommt, frisst er sich vorher ordentliche Fettreserven an. Kurz vor dem Winterschlaf kann er dadurch über 200 Gramm wiegen. Nach den vielen Monaten im Versteck sind es dagegen oft nur noch etwa 70 Gramm.
Ein Kletterer mit Saugnapf-Pfoten
Der Siebenschläfer gehört wie die Gartenschläfer oder Haselmaus zur Familie der Bilche. Diese Gruppe wird im Deutschen auch Schlafmäuse genannt, weil viele Arten einen besonders langen Winterschlaf halten. Optisch erinnert er an ein kleines Eichhörnchen. Mit 13 bis 18 Zentimetern Körperlänge und einem buschigen Schwanz, der noch einmal etwa 11 bis 15 Zentimeter misst, ist er genau für das Leben in den Bäumen gebaut.
Sein dichtes Fell ist auf der Oberseite grau oder graubraun gefärbt und scharf zur weißen Unterseite abgegrenzt. Typisch sind außerdem die großen, schwarzen Augen mit einem schmalen dunklen Ring, dazu rundliche, fast nackte Ohren. Im Dunkeln verlässt er sich stark auf Gehör und Geruch. Bis zu 6 Zentimeter lange Schnurrhaare sowie kleine Tasthügel im Gesicht und an den Armen helfen ihm dabei, Abstände einzuschätzen und sich im Geäst zurechtzufinden.
Und er ist ein meisterhafter Kletterer. Spezielle Sohlenballen, die wie klebrige Saugnäpfe wirken, sowie lange Zehen und spitze Krallen geben Halt, selbst an senkrechten Flächen. Wenn es sein muss, springt er bis zu 3 Meter weit. Der buschige Schwanz hilft beim Balancieren auf dünnen Ästen.
Tagsüber unsichtbar, nachts unterwegs
Der Siebenschläfer ist nachtaktiv und hält sich hauptsächlich in Bäumen und Sträuchern auf. Am Boden sieht man ihn fast nie. Das hat Folgen für den Alltag des Tieres. Tagsüber schläft er gut versteckt, und erst nach Einbruch der Dunkelheit wird er aktiv.
Da das Tier sich hauptsächlich in Bäumen und Sträuchern aufhält, bekommt man es allerdings selten zu Gesicht.
Alte Buchen, alte Eichen. Hier fühlt er sich zuhause
Am liebsten lebt der Siebenschläfer in großflächigen Laub- und Mischwäldern mit alten Eichen und Buchen. Gerade diese alten Bestände sind wichtig, weil die Bäume erst ab einem gewissen Alter zuverlässig die Baumfrüchte tragen, die für ihn zur Nahrungsgrundlage werden. Reine Nadelwälder meidet er.
Als Kulturfolger kommt er aber auch in strukturreichen Gärten, Obstwiesen, Parks oder Weinbergen vor. Den Tag verbringt er gut versteckt in Baumhöhlen, zum Beispiel in alten Spechthöhlen, außerdem in Erdlöchern oder Nistkästen. Manchmal zieht er sogar in Scheunen, unbewohnte Vogelkästen oder auf Dachböden ein. Nachts kann das durch Poltern, Quieken und Schreien auffallen, vor allem wenn er sich durch enge Zwischenräume bewegt.
Die Tiere sind überwiegend Einzelgänger und verteidigen ihr Revier sogar gegenüber Artgenossen. Manchmal sieht man sie dennoch in kleinen Familiengruppen, dann meist ein Weibchen zusammen mit dem Nachwuchs.
Was auf den Speiseplan kommt
Siebenschläfer fressen überwiegend pflanzlich und passen sich dem an, was die Saison gerade hergibt. Hoch im Kurs stehen Eicheln, Bucheckern, Nüsse, Kastanien, Samen und Blätter, dazu sehr süßes, reifes Obst wie Zwetschgen. Besonders im Spätsommer wird viel gefressen, weil der lange Winterschlaf vorbereitet werden muss. Dann zählt jede energiereiche Mahlzeit.
Gelegentlich ergänzen sie den Speiseplan aber auch mit tierischer Kost. Dazu gehören Insekten, Vogeleier und sogar Jungvögel direkt aus dem Nest.
Streng geschützt und im Norden unter Druck
Deutschlandweit, vor allem im Süden, gilt der Siebenschläfer nicht als bedroht. Er wird zwar nicht als gefährdet eingestuft, ist aber nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschützt. Bekämpfen oder Fangen ist verboten. Ausnahmen sind nur in Abstimmung mit den zuständigen Naturschutzbehörden möglich. In Norddeutschland sind die Bestände in den vergangenen Jahrzehnten jedoch deutlich zurückgegangen, vor allem durch Habitatverlust.
Die größte Bedrohung ist der Verlust und die Zerschneidung intakter Mischwälder mit alten Bäumen und Totholz. Die moderne, oft monotone Forstwirtschaft in Nutzwäldern besteht kaum noch aus alten Bäumen oder Totholz. Damit fehlen sowohl Nahrung als auch natürliche Höhlen für Schlaf und Jungenaufzucht. Zu den natürlichen Feinden zählen Eulen, Baummarder, Mauswiesel und Hauskatzen. Bei Angriffen kann der Siebenschläfer eine besondere Fluchtstrategie nutzen: An einer Sollbruchstelle streift er die behaarte Haut seines Schwanzes ab und entkommt.
Was wirklich hilft
Langfristig hilft vor allem eines: alte Laub- und Mischwälder mit Höhlenbäumen erhalten, etwa durch Prozessschutz, bei dem Wald sich selbst überlassen wird. Denn genau dort findet der Siebenschläfer Nahrung und Verstecke, die er für Schlaf und Jungenaufzucht braucht.
Auch in Gärten kann man unterstützen, indem diese naturnah gestaltet werden und Nisthöhlen aufgehängt werden. Um Konflikte mit Menschen zu vermeiden, etwa Lärm oder Schäden, ist es sinnvoll, Zugangsmöglichkeiten zu Haus und Dachböden frühzeitig sorgfältig abzudichten.
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